HINTER DEN KULISSEN

Fälle lösen, Stück für Stück

Warum für die Macher:innen von MicroMacro jedes Detail zählt.

Auf den ersten Blick mag MicroMacro wie ein Wimmelbildspiel wirken. Doch dahinter steckt viel mehr: ein Detektivrätsel, eine Mordermittlung und eine wunderbar erzählte Kriminalgeschichte.

„Man verfolgt den kompletten Tagesablauf einer Figur, Schritt für Schritt, und versteht allmählich, wie sie ins Zentrum eines Kriminalfalls geraten ist“, verrät uns Daniel Goll, Art- und Game-Designer des Spiels.

Ein Brettspiel-Hit für Mobilgeräte

Das monochrome Universum des Düsseldorfer Entwicklungsstudios Soft Boiled Games, inspiriert von Comics und der Ästhetik klassischer Detektivgeschichten, hat seine Ursprünge abseits des Bildschirms.

Was als MicroMacro-Brettspiel begann – ausgezeichnet mit dem Kritikerpreis „Spiel des Jahres 2021“ – hat sich inzwischen in eine gigantische digitale Karte voller schrulliger Charaktere und absurder Fälle verwandelt.

Erkunde jede mit Liebe zum Detail gestaltete Szene, um die nötigen Beweise zu sammeln.

Die Entwicklung verlief allerdings nicht ganz ohne Herausforderungen. „Auf Mobilgeräten schaut man durch ein deutlich kleineres Fenster in dieselbe Welt“, erklärt Goll. „Deshalb brauchte das Spiel eine eigene, angepasste Erzählweise: Markierungen, gezielte Zooms und Kamerabewegungen holen die Spieler:innen genauso in die Geschichten hinein, wie es auch das Brettspiel schafft.“

Den Details auf der Spur

Als das Team die richtige Umsetzung für die mobile Plattform gefunden hatte, eröffneten sich neue Möglichkeiten. Am offensichtlichsten: Die Spieler:innen konnten die Kriminalfälle nun allein und unterwegs lösen. Doch vor allem die „Search Warrants“ und der Superzoom, wie das Team ihn nennt, machen die Mobile-Version so herrlich besonders.

Spieler:innen können extrem weit hineinzoomen und dadurch Details entdecken, die tatsächlich für die Geschichte wichtig sind.
– Daniel Goll, Art- und Game-Designer

Laut Goll steckt im Brettspiel bereits unglaublich viel Detailarbeit, doch manches davon ist winzig – fast zu klein, um überhaupt entdeckt zu werden. „Auf Mobilgeräten können Spieler:innen so weit hineinzoomen, dass Details sichtbar werden, die für die Handlung eine echte Bedeutung haben.“

Daniel Goll (links), Art- und Game-Designer, und Felix Weiler, technischer Leiter von MicroMacro

Im Fall „The Death Shot“, dessen Geschichte sich in und rund um Hochhäuser abspielt, ermöglichen die „Search Warrants“ noch tiefere Einblicke. „In jeder Wohnung passiert etwas – manches hat mit dem Fall zu tun, vieles ist aber auch einfach nur lustig und seltsam“, erzählt der technische Leiter Felix Weiler.

Szene für Szene erschuf das Team mit akribischer Sorgfalt und grosser Liebe zum Detail eine lebendige Welt. „Ganz ehrlich: Es gibt kaum eine Taube, die nicht sehr bewusst genau an dieser Stelle auf der Karte platziert wurde“, lacht Weiler.

Art- und Game-Designer Johannes Sich (links) und Tobias Jochinke

Und falls du die Figur auf der Sitzbank in der Nähe der Bank, die gerade etwas Umwerfendes liest, noch nicht entdeckt hast: Hol das schleunigst nach. Es ist Weilers liebstes Easter-Egg – und die meisten Spieler:innen übersehen es.

Ganz ehrlich: Es gibt kaum eine Taube, die nicht sehr bewusst genau an dieser Stelle auf der Karte platziert wurde.
– Felix Weiler, technischer Leiter

Entwicklung mit Zeit und Sorgfalt

Ein derart ausgereiftes Spiel wäre kaum möglich gewesen, wenn das Team von Soft Boiled Games nicht bewusst die nötige Zeit und Sorgfalt investiert hätte, um das Spiel zu entwickeln.

Die monochromen Szenen in MicroMacro beginnen zunächst als schematische Skizzen.

„Jeder einzelne Fall durchläuft wochenlanges Planen, Skizzieren, Playtesting und Überarbeiten, bevor er überhaupt auf der Karte landet“, sagt Art- und Game-Designer Johannes Sich.

Glücklicherweise hat uns das Team verraten, dass ihm die Ideen für neue Fälle noch lange nicht ausgegangen sind. Freu dich also auch in Zukunft auf weitere Geschichten und Ermittlungen in MicroMacro.

Jeder neue Fall wird wochenlang getestet und perfektioniert, bevor er auf der Karte landet.

Und das ist noch nicht alles. „Wir experimentieren gerade mit einer anderen Spielmechanik im selben Universum. Es ist spannend, an etwas zu arbeiten, das sich spielerisch ganz anders anfühlt“, verrät Weiler.

Wir können es kaum erwarten, herauszufinden, worum es dabei geht – und noch tiefer in die verspielte Welt von MicroMacro einzutauchen.